100 Jahre Christuskirche

100 Jahre ev.-methodistische Christuskirche Sehma

100 Jahre Christuskirche – eine lange Zeit! Außerdem freuen wir uns über 70 Jahre Orgel und 120 Jahre Posaunenchor. Das muss gefeiert werden! Wir laden Sie herzlich dazu ein, einmal vorbeizuschauen und teilzunehmen. Vielleicht ist etwas für Sie dabei! Sie sind uns willkommen!

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Ein Schneesturm fegte über Sehma hinweg. Doch die Mitglieder des Posaunenchores trotzten ihm und boten ihm die Stirn. Mit straffer Marschmusik zog man durch den Ort und schließlich in das neu errichtete Gotteshaus, die Christuskirche, ein. Gefolgt von einer großen Menschentraube, von Klein und Groß. Bis auf den letzten Platz sei sie gefüllt gewesen, die Kirche, zu allen drei Gottesdiensten, die anlässlich der Kirchweih an diesem Tag stattfanden.
Wir schreiben den 12. Februar des Jahres 1922. Nun hatte die methodistische Gemeinde also ihr eigenes Gebäude. Die Freude war groß.

Die Anfänge der Methodisten reichen zurück ins 18. Jahrhundert. In England hatten John (1703-1791) und Charles (1707-1788) Wesley während ihres Studiums der Theologie zusammen mit anderen Studenten eine kleine Gruppe gegründet. Anfangs trafen sie sich unregelmäßig, um gemeinsam in der Bibel zu lesen und über den Glauben zu diskutieren. Sie waren davon überzeugt, der Glauben an Gott müsse sich auch nach außen hin zeigen. Aus dieser Überzeugung heraus begannen sie, Armen zu helfen, Kranke und Gefangene zu besuchen und deren Kinder und auch andere Kinder zu unterrichten. Von anderen wurden sie schon bald als „Heiliger Club“ oder „Bibelmotten“ verspottet. Weil sie sich bestimmte Regeln (im Englischen: „method“ = „Regel“, „Methode“) zur konsequenten Umsetzung ihres Glaubens gaben, wurden sie als „Methodisten“ beschimpft. Man unterstellte ihnen, sie wollten sich bei Gott „etwas verdienen“. – Aus dieser studentischen Gruppe heraus entstand eine Erweckungsbewegung, die das Leben vieler Menschen veränderte. Innerhalb weniger Jahrzehnte erwuchs daraus eine weltweite Kirche.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Methodisten auch ins Erzgebirge. Den wohl größten Anteil an der Ausbreitung hatte August Schmidt, der sogenannte „Bibel-August“. Er verkaufte Bibeln und zog dabei von Haus zu Haus. Aus den vielen einzelnen Gesprächen entstand ein Kreis, der sich zunächst Privathäusern und dann in angemieteten Räumen traf. 1893 wurde aus dem Kreis schließlich offiziell eine Gemeinde. Die längste Zeit fand die Gemeinde sich im sogenannten Bänisch-Haus zusammen, heute am Waldweg gelegen.
Viele fanden in dem, was sie bei den Methodisten hörten und erlebten Zuspruch, Trost, Ermutigung und Orientierung. Jesus Christus ist lebendig und erfahrbar. Er spricht in das eigene Leben hinein. Die Gemeinde wuchs so stark, dass der Platz kaum noch reichte. So wurde der Entschluss gefasst: „Wir bauen!“ 1922 war es dann schließlich so weit: Man feierte Gottesdienst im eigenen Hause.

Seitdem ist viel passiert. Viele Menschen sind ein- und ausgegangen. Viele haben in der Christuskirche Christus erlebt. Haben ihr Leben diesem Jesus anvertraut, wurden auf seinen Namen getauft, gesegnet, haben ihre Ehe unter seinen Segen gestellt, sind mit ihm gestorben.
Viele haben den Glauben lebendig erlebt, manche sind aber auch andere Wege gegangen, haben sich still zurückgezogen. In 100 Jahren passiert viel. Kaum in wenige Worte zu fassen. Auch heute noch freuen wir uns als evangelisch-methodistische Gemeinde über unsere Christuskirche. Aber was wäre eine Kirche ohne Gemeinde und ohne Gott! Auch eine Kirche ist nur toter Stein. Was sie zum „Gotteshaus“ macht, ist Gott selbst, der Lebendige. Dass Gott sie erfüllt mit seinem Geist. Als Gemeinde wollen wir uns von diesem Gott leiten und erfüllen lassen. Ihm unser Leben immer wieder anvertrauen. Aus seiner Kraft leben, scheitern und neu anfangen, Vergebung schenken und um Vergebung bitten, Menschen begleiten und unterstützen.



Im Namen der Gemeinde,
Pastor Sebastian Mann